 |
Big Ben mit typisch britischem Taxi und Doppeldeckerbussen |
London, die an der Themse gelegene britische Hauptstadt, ist das Zentrum des Landes und ohne Frage "der" Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt. Die Metropole, die in insgesamt 32 Stadtbezirke (boroughs) eingeteilt ist, besteht aus vielen "Dörfern", die jeweils einen ganz eigenen Charakter und ein individuelles Flair bewahrt haben.
London ist eine Stadt mit Geschichte, Kunst und Kultur sowie die Stadt der Mode, des Designs, der Weltklasse-Restaurants und der Non-Stop-Unterhaltung. Die Stadt lebt von ihren Kontrasten. Futuristisch anmutende Gebäude stehen dicht neben historischen Denkmälern, und belebte Straßen enden in ruhigen Parks. Nicht umsonst kommen jedes Jahr Millionen von Besuchern in die flächenmäßig größte Stadt Europas, die ungefähr die Fläche von Gran Canaria aufweist.
Die Stadt entstand aus einer Siedlung am Nordufer der Themse, der heutigen City of London. Die kleine keltische Siedlung wurde von den Römern Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. Londinium getauft. 886 nahmen die Sachsen die Stadt ein, die dann 1066 von den Normannen übernommen wurde. Wilhelm I. bestätigte die besonderen Rechte der seit dem 7. Jahrhundert als Lundenwic bezeichneten Siedlung. In der Neuzeit erlebte London eine wechselvolle Geschichte. Die Pestwelle von 1664/1665 dezimierte die Bevölkerung erheblich und die Feuerkatastrophe von 1666 verwüstete große Teile der Altstadt. Bis 1739 war London Bridge die einzige Brücke über die Themse, weshalb sich der größte Teil der Stadt nördlich des Flusses befindet. Mit dem Bau weiterer Brücken und dem Ausbau des Eisenbahnnetzes im 19. Jahrhundert begann sich die Metropole dann auch auf das Gebiet südlich der Themse auszudehnen. Die Bevölkerung wuchs kräftig. 1851 mit 2,65 Millionen Einwohnern war London die größte Stadt Europas. Der historische Höchststand wurde 1939 mit etwa 8,6 Millionen Einwohnern erreicht.
Heute wartet die Stadt mit einer Fülle von unterschiedlichen Sehenswürdigkeiten und Attraktionen auf, von denen die berühmtesten der Buckingham Palace, Big Ben, St. Paul's Cathedral, der Tower of London und die Tower Bridge sind. Im Jahr 2000 entstand ein Hightech Riesenrad, das British Airways London Eye, das einen großartigen Ausblick über die Stadt gewährt und die Besucher in Scharen anzieht. Trotz des Trubels ist die britische Hauptstadt immer auch für einen Spaziergang gut. Rund 1.800 Parks, Grünflächen und Gärten bieten Erholung von der Hektik der Großstadt.
Das kulturelle Angebot sucht seinesgleichen. Kunst- und Kulturliebhaber kommen voll auf ihre Kosten. London besitzt rund 300 Museen und Galerien, fünfzig Theater sowie weltberühmte Orchester und Opernbühnen. Die Stadt avanciert zu einer Weltstadt des Musicals und der Popmusik. An einem beliebigen Abend gibt es in London bis zu 60.000 Plätze für kulturelle Veranstaltungen.
Daneben bietet London als - wenn auch teures - Shopping-Mekka weltbekannte Kaufhäuser und schöne Einkaufsstraßen sowie Straßen- und Antiquitätenmärkte. Durch die Wirtschafts- und Finanzkrise entwickelt sich London gerade zu einem Shopping-Paradies für Kontinentaleuropäer.
Auch gehört die britische Hauptstadt zu den führenden Finanz- und Handelszentren der Welt. Die Londoner Börse schließt achtmal so viel Geschäfte ab wie die Wall Street und mehr als alle europäischen Börsen zusammen.
London hat circa 7,5 Millionen Einwohner. Das Ballungsgebiet von London dehnt sich über das eigentliche Stadtgebiet aus und zählt 12,6 Millionen. Von den Bewohnern kommen circa zehn Prozent vom indischen Subkontinent, fünf Prozent aus der Karibik und ein Prozent aus China. 1,6 Millionen Einwohner sind Muslime.
|
 |
Gesellschaftliche Verhaltensformen |
Die Briten sind in vieler Hinsicht sehr tolerant - außer bei Höflichkeitsfloskeln. Diese sind in jeder Situation, vor allem bei Fragen, wichtig für die Kommunikation.
Bei der ersten Vorstellung gibt man sich die Hand und sagt "Pleased to meet you" oder etwas förmlicher "How do you do". Handschlag ist allerdings nur beim ersten Kennenlernen üblich. In der Regel spricht man sich mit Vornamen an, auch in der Geschäftswelt. Das steife "Sie" kennen die Engländer nicht.
Regeln gibt es auch beim Schlangestehen, egal ob in der U-Bahn oder im Kaufhaus: auf alle Fälle hinten anstellen - vordrängen und schubsen gilt als sehr unhöflich.
Wem es auf der Rolltreppe zu langsam vorangeht, der zieht in England an seinen rechts stehenden Mitfahrern links vorbei. Alle halten sich an die Regel: rechts stehen - links gehen.
Pünktlichkeit wird großgeschrieben. Vor allem im beruflichen Umfeld bedeutet Pünktlichkeit Erscheinen auf die Minute genau. Bei Einladungen gilt es "pünktlich nach" der angegebenen Zeit zu kommen, d. h. zehn Minuten danach. Als Geschenk üblich sind Blumen, jedoch kann man bei Einladungen im Freundeskreis auch Wein oder ein anderes Getränk mitbringen.
Nach einer Einladung sollte man sich umgehend und schriftlich beim Gastgeber bedanken.
Bei Witzen über das britische Königshaus, sollte man als Ausländer nicht mit einstimmen. Dies verstößt gegen die guten Sitten.
Ein Rauchverbot gilt seit dem 1. Juli 2007 in allen öffentlichen Räumen - an Arbeitsplätzen, in Restaurants, Bars, Kinos, Theatern sowie Einkaufszentren und im öffentlichen Nahverkehr. Bei Verstößen gegen das Rauchverbot droht eine Strafe von 50 £.
|
 |
|
|